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Archäologe und Sachverständiger für Arabistik und Altorientalistik
Alexander Eisenmann

Archäologe und Sachverständiger für Arabistik und Altorientalistik

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Deutschland/ Retzbach am Main – Nach intensiver Nachforschungen im Kirchenarchiv des Bistums Würzburg, fand ich nach monatelangen Untersuchungen heraus, dass mehrere Personen aus Unterfranken türkische Vorfahren hatten. Diese stammen von Beutetürken ( türkische Kriegsgefangene aber auch Zivilisten die nach Europa verschleppt wurden und zum Übertritt zum Christentum gezwungen wurden ) angesiedelt waren. Einige von diesen Zwangschristianisierten Osmanen arbeiteten auch danach, im Dienst der Kirche unteranderem auch in den Zehnthäuser. Was uns dazu bewogen hat in einem dieser Häuser eine archäologische Ausgrabung durchzuführen. Das ehemalige Zehnthaus in der Oberdorfstrasse 14 in Retzbach am Main wurde im Jahre 1581 erbaut ( Abb.1 ) und war Eigentum des Bistums Würzburg ( Abb2.), Was genau ist ein Zehnthaus? Die Zehnthäuser entstanden Mitte des 16 Jhd und wurden zuerst von der katholischen Kirche eingeführt

( Bistümer ). Da der weltliche Adel, durch

Steuereintreiber sich den Zehnt abholten,

oder die Bauern es direkt bei ihrem

Lehnsherren ( Laienzehnt decimae

laicales, decimae saeculares,

dîmes seigneuriales )abgaben. Der

Kirchenzehnt (geistlicher Zehnt, decimae

clericales, decimae ecclesiasticum ) aus

diesem entwickelt sich der obengenannte

Laienzehnt. Während die frühe christliche Kirche das Zehntgebot noch nicht kannte, weil man von den Gläubigen freiwillige Abgaben für karitative Zwecke und zum Unterhalt des Klerus erwartete, entwickelte sich seit dem frühen Mittelalter der Zehnt (der zehnte Teil) zur wichtigsten Pflichtabgabe der Laien an die Kirche. Man berief sich auf das göttliche Gesetz (vgl. Kapitel 1.) Bei Nichtentrichtung drohte sogar die Exkommunikation. In erster Linie war der Kirchenzehnt zum Unterhalt des Pfarrers bestimmt (Pfarrzehnt). In der Folge gab es um die Zehntpflicht immer wieder Differenzen. Zwar wurde der kirchliche Anspruch meist staatlich durch das Zehntgebot unterstützt doch kam es vor, dass einerseits die Kirche den Beweis der Zehntfreiheit forderte, andererseits wurde von staatlicher Seite von der Kirche gefordert, dass sie im Einzelfall ihr Zehntrecht (decimatio) nachweise. War ein größerer Bereich als zehntpflichtig anerkannt, so wurde vermutet, dass infolge dieses allgemeinen Zehntrechts (Universalzehntrecht, decimandi universale jus) auch jedes einzelne Grundstück der Bezehntung (Zehntung) unterliege (decimandi particulare jus) bzw. das Bestehen eines allgemeinen Zehnt (decimae universales) das eines besonderen (decimae particulares) ohne weiteres beweise.

Im Übrigen unterschied man ein

 

  • jus decimandi plenum (decimae generales, über alle Früchte) und ein

  • jus decimae minus plenum (decimae speciales, über bestimmte Früchte).

 

 

Die Höhe von 10% erreichte der Zehnt selten. Zum Teil betrug er sogar nur 1%. Er sollte eigentlich von allen Laien und vom Gesamtvermögen und Einkommen entrichtet werden, aber tatsächlich verschwand der Zehnt vom Einkommen aus Nichtgrundbesitz (Personalzehnt, decimae personales) schon früh, und man versteht unter Zehnt im allgemeinen den Zehnt vom Grundbesitz und zwar vom Ertrag (Ertragszehnt), der als Reallast auf dem Grundstück lastete (decimae reales, dîe réelle). Er teilte sich in zwei Arten,

den Feldzehnt (Feldfrüchtezehnt, Flurzehnt, Fruchtzehnt, Grundzehnt, Praedialzehnt, decimae frugum, decimae praediales) von den Früchten des Feldes und den Tierzehnt (Hauszehnt, decimae animalium).

 

Ursprünglich wurde er nur in natura entrichtet (Naturalzehnt, decimae naturales, decimae propriae) und zwar vom Zehntherrn oder seinem Vertreter (Abzehnter) auf dem Felde erhoben (Garbenzehnt, Zugzehnt, decimae mergitum), aber schon früh abgelöst (Zehntlose, decimae impropriae, decimae redetae), und zwar entweder durch ein bestimmtes Quantum in natura (Sackkorn, Sackzehnt, decimae granorum, decimae saccariae) oder durch Geld (Geldzehnt, Zehntgeld bzw. Zehntpfund, Zehntschilling) und dgl. mehr, letzteres besonders beim Blutzehnt.

 

Zehntpflichtig waren eigentlich alle Laien, auch die Klöster, doch gab es Privilegien, die davon befreiten.

 

Das ehemalige Zehnthaus in Retzbach wo unsere Ausgrabungen stattfinden, hat auch einen Kelterraum wo man noch teilweise die Keltervorrichtung sehen kann. Dies deutet darauf hin, dass dort der Weinzehnt abgegeben und auch die Früchte gekeltert wurden.

 

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