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Da Da Da
Uwe Dolata

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Uwe Dolata – Text: Silvia Muhr (Künstlerin)

Wirtschaftskriminalist und Kriminologe,
Fachmann für Korruption und Wirtschaftskriminalität,
Dozent für Compliance und Anti-Korruptionsstrategien
Hochschule für angewandte Wissenschaften (Würzburg),
Buchautor und Publizist.

Es war für alle Beteiligten ein Überraschungscoup, als am 5. Februar 1916 vor hundert Jahren in der Zürcher Altstadt das Cabaret Voltaire eröffnet wurde. In der Spiegelgasse 1, auf kleinstem Raum schlugen sich ein paar in Zürich gestrandete junge Künstler die Nächte um die Ohren. Sie rissen die Mauern zwischen Leben und Kunst nieder. Diese verlorenen und angesichts des Gemetzels verzweifelten Kinder des Ersten Weltkriegs boten einer Gesellschaft die Stirn, die sich im Kampf um Prinzipien und Macht zerstörte. Was war geschehen? Dada! Was war die Methode? Dada! Rasch wurde aus der Überraschung eine weltumspannende Bewegung. Später sogar ein Mythos. Heute gilt Dada als zentrale Avantgarde-Bewegung des zwanzigsten Jahrhunderts, eine Bewegung, die seit hundert Jahren bewegt.

Der Begriff Dada(ismus) steht im Sinne der Künstler für totalen Zweifel an allem, absoluten Individualismus und die Zerstörung von gefestigten Idealen und Normen. Man ersetzte die durch Disziplin und die gesellschaftliche Moral bestimmten künstlerischen Verfahren durch einfache, willkürliche, meist zufallsgesteuerte Aktionen in Bild und Wort. Die Dadaisten beharrten darauf, dass Dada(ismus) nicht definierbar sei.

Uwe Dolata, Philosoph mit Hang zum Dadaismus, bereiste Mexiko mit einem Rucksack voller Gier nach Eindrücken. Durch die Sierra Madre von Veracruz auf den Spuren der Azteken nach Acapulco ziehend sammelte er Erlebnisse, die er in seinem siebten Buch „Auf dem Weg ins dritte Jahrtausend“ verarbeitete: Aphorismen und andere Unglaublichkeiten. Auch befasste er sich im Rahmen seiner Studien 1990 erstmals mit der Malerei als Ausdrucksmittel. Er bevorzugt vor allem die Techniken Tempera und Kunstkreide auf Mischfarbendruck. „Aus meinen Bildern spricht für den, der zu sehen vermag, eine heitere Melancholie“, so der Künstler über seine Werke. Dolata ist heute kein Unbekannter mehr in der Kunstszene. Er stellte unter anderem im Schloss Grumbach zu Rimpar, auf Schloss Hallburg bei Volkach, in Mainz, Wiesbaden, Stuttgart und Antwerpen aus. Des Weiteren beteiligte er sich an Ausstellungen in den Sprenger-Studios in Berlin, im Künstlerforum Machon in Zürich, in der SoHo-Gallery in New York und im Pallazo della Regione in Trient. In seinem Refugium am Gardasee schöpfte er facettenreiche Inspirationen. Im bürgerlichen Leben ist Dolata, Jahrgang 1956, Wirtschaftskriminalist und Kriminologe, Buchautor und Aufsichtsrat, Publizist und Stadtrat. 1999 wurde er ins „Who is who“ aufgenommen.

Anlässlich des sechzigsten Geburtstags des Künstlers beginnt am 15. September 2016, also am gleichen Tag, seine Ausstellung „Da Da Da“  in der Galerie im Pferdestall – Bürgerbräukreativareal im Zellerauer Stadtteil Würzburgs. Der Heimatstadt von Uwe Dolata. Über die Internetseite der Galeristin www.silvia-muhr.de wird diese weltweit zu sehen sein. Eröffnet durch Jutta Prinzessin von Preußen, garniert mit Rezitationshappen Christian Schuchardts, laudatiert mittels Prof. Dr. Angelika W. Kreitel, wird dieses Spektakulum für jedermann während der Öffnungszeiten zugänglich sein.

DADA war zunächst ein Bekenntnis zur unbedingten Primitivität, von dem Züricher Publikum teils verständnislos, teils erheitert begrüßt. DADA wurde aber die große Elastizität der Zeit, die ihren Maßstab an dem Bürger fand: je seniler und steifer dieser wurde, um so beweglicher wurde DADA, das heute über den ganzen Erdball verbreitet ist. Denn dies müssen Sie wissen, DADA ist die Wahrheit, die allein zutreffende Praxis des realen Menschen, wie er heute ist, stets in Bewegung durch die Simultanität der Ereignisse, ohne überflüssige Gedanken, die zu nichts führen. Der Maler bringt der objektiven Wirklichkeit eine Wahrheit, nur von ihm gesehen; der Abstand dieser beiden Dinge bemisst mir die Höhe, die dem Künstler seine Konzeption vom Gegenstand her bedeutet; dieser Region des Hirns, wo Ideen Metall und Eingeweide der Dichter kleine Blüten auf dem Bogen von Nachtgeschmeiden werden. Ebenso wie die Stufen einer Stiege kann man eine Leiter ohne die Zwischenglieder der Stufen benützen. Der Ton eines Pianos ist anderer Art als derselbe auf dem Violoncell und wiederum anders, wenn ein Tenor ihn singt. Uwe Dolata: Interpretation von Faust I:

Mit dem Skalpell / stach ich die perverse Seele / die ich liebe / wie das Fleisch / ich schnitze / eine Schablone / nach Exkursionen / durch Satanskulte / im intimen Format / von Putten umschwirrt / gab ich ein Stelldichein / mit Gevatter Tod / auf diabolisch / raffinierteste Art / schuf ich / Sumpfblüten aus dem Boudoir / die blasphemische Wirkung / hatte Brisanz / vor lodernd rotem Hintergrund / hockt ekstatisch-verzückt / der Teufel / bekrönt mit einer Narrenkappe / aus gelehrten Folianten / steigt ein mit Satansflügeln / bestückter Unbekleideter / als Imagination entgegen. / Sie wurden Zeuge / eines Befreiungsaktes / aus dem festgezurrten Mieder / der sogenannten Wohlanständigkeit.

Dolata ist nicht logisch, aber lebendig.

 

Text: Silvia Muhr

Foto: Ingo Peters

 

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