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Giriş Tarihi : 01-04-2021 00:31   Güncelleme : 01-04-2021 00:31

Campylobacter vor allem Gefahr für Jüngere

Einwöchiger Durchfall durch Huhn, Hund oder Badesee

Campylobacter vor allem Gefahr für Jüngere

 

 

Bad Homburg. Sie sind die häufigsten bakteriellen Erreger von Durchfall-Erkrankungen: Campylobacter. Im Jahr 2019 erkrankten nach Angaben des Robert Koch-Instituts 61.526 Menschen in Deutschland daran vor allem in der warmen Jahreszeit. Kinder unter fünf Jahren und junge Erwachsene zwischen 20 und 29 Jahren sind in Deutschland besonders häufig betroffen. Meist werden die Erreger über Geflügelfleisch oder Rohmilchprodukte übertragen.

 

Die Campylobacter-Bakterien leben vor allem im Verdauungstrakt von Tieren, die selbst aber nicht unbedingt daran erkranken müssen. "Menschen können sich zum Beispiel aber über den Kot ihres Haustiers anstecken", sagt Dr. Angela Smith, leitende Ärztin bei der AOK Hessen. Geflügelfleisch zum Beispiel kann während des Schlachtprozesses über den Darminhalt der Tiere kontaminiert werden. Weitere mögliche Infektionsquellen sind nicht aufbereitetes Trinkwasser oder auch kontaminiertes Wasser in Badeseen.

 

Viel trinken hilft

Zwischen Ansteckung und Ausbruch der Krankheit liegen in der Regel zwei bis fünf Tage. Die Erkrankung beginnt meist mit Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, gefolgt von heftigen Bauchschmerzen und -krämpfen, Übelkeit und Durchfall. Die Durchfälle können breiig, sehr wässrig und manchmal auch blutig sein. Sind sie sehr stark, ist der Ausgleich des Flüssigkeits- und Salzverlustes wichtig: Das bedeutet, viel zu trinken. Vor allem für Kleinkinder, ältere oder immungeschwächte Menschen ist ein starker Flüssigkeitsverlust gefährlich. Sie sollten ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, insbesondere, wenn Durchfälle länger als zwei bis drei Tage anhalten.

 

Meldepflichtige Erkrankung

Ob es sich um eine Campylobacter-Infektion handelt, wird mittels einer Stuhlprobe festgestellt. Ist der Erreger nachgewiesen, besteht laut Infektionsschutzgesetz Meldepflicht. Wer beruflich mit Lebensmitteln zu tun hat, darf dann – in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt – vorübergehend auch nicht arbeiten. Eltern müssen Gemeinschaftseinrichtungen über die Erkrankung ihres Kindes informieren. Den Zeitpunkt, wann das Kind die Einrichtung wieder besuchen darf, bestimmt ebenfalls das Gesundheitsamt. In der Regel dauert die Erkrankung etwa eine Woche.

 

Gründliches Händewaschen

Campylobacter-Bakterien vermehren sich zwar – anders als Salmonellen – nicht in Lebensmitteln, sie können aber längere Zeit in der Umwelt überleben, zum Beispiel auf Schneidebrettern oder Messern. Auch auf tiefgefrorenen Produkten halten sie sich teilweise mehrere Monate. Eine gute Hände- und Küchenhygiene ist daher unerlässlich: "Es ist wichtig, sich die Hände nach jedem Toilettengang gründlich mit Wasser und Seife zu waschen sowie immer vor der Zubereitung von Lebensmitteln und vor dem Essen - und das nicht nur in Zeiten von Corona", rät Smith. Vor allem nach dem Kontakt mit rohen Lebensmitteln müssen immer die Hände und die Arbeitsflächen und Geräte gereinigt und abgetrocknet werden.