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Giriş Tarihi : 24-05-2021 23:16   Güncelleme : 24-05-2021 23:16

Schwangere sollten Katzentoiletten meiden

AOK Hessen zur Toxoplasmose: Kann zur Fehlgeburt führen

Schwangere sollten Katzentoiletten meiden

 

Bad Homburg. Toxoplasmose ist eine weitverbreitete Infektion: Mehr als die Hälfte aller Menschen in Deutschland infiziert sich im Laufe des Lebens. Der Endwirt – vor dem Menschen – sind Katzen. Der Parasit kann auf das Ungeborene übergehen und zu Schäden oder zur Fehlgeburt führen. Auch bei einer Abwehrschwäche, zum Beispiel durch Medikamente, einer HIV-Infektion oder nach einer Organtransplantation kann eine Toxoplasmose schwer verlaufen. In allen anderen Fällen bleibt die Infektion meist folgenlos und ohne Symptome.

 

Um Eier zu bilden, brauchen die Parasiten aber immer eine Katze. Wenn die Katze zum Beispiel eine infizierte Maus frisst, gelangen die Toxoplasmen in ihren Darm. Diese werden dann über den Katzenkot ausgeschieden und können im Erdboden bis zu 18 Monate lebensfähig bleiben. Über Erdpartikel und Oberflächenwasser kann der Parasit auch auf Obst und Gemüse gelangen oder zum Beispiel von Schweinen, Schafen und Ziegen aufgenommen werden. "Menschen können sich auf unterschiedlichen Wegen anstecken: Durch Kontakt zu infizierter Erde, zum Beispiel bei der Gartenarbeit, oder durch den direkten Kontakt zu Katzenkot. Weitere Risikofaktoren sind der Verzehr von rohem oder unzureichend erhitztem Fleisch sowie von ungewaschenem Obst und Gemüse", sagt Dr. Angela Smith, leitende Ärztin bei der AOK Hessen. Bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem können nach einer Infektion grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auftreten.

 

67 Grad töten

Die Parasiten können auf das ungeborene Kind übergehen und Missbildungen, Verkalkungen der Hirngefäße oder eine Entzündung der Netzhaut verursachen. Auch Fehlgeburten sind möglich. Toxoplasmen haben jedoch auch eine Schwachstelle: Sie vertragen keine große Hitze. Bei einer Temperatur von über 67 Grad Celsius sterben sie innerhalb von ein bis zwei Minuten. Um sie aber in Nahrungsmitteln, die Toxoplasmen enthalten können, sicher abzutöten, ist es wichtig, dass die Temperatur gleichmäßig im ganzen Lebensmittel erreicht wird. Kurzes Erhitzen in der Mikrowelle reicht daher nicht aus. Vor allem Schwangere sollten auf rohe Wurst- und Fleischwaren wie Mettwurst, Salami oder Rohschinken am besten ganz verzichten und Fleisch immer gut durchbraten. Erdhaltiges Gemüse und Obst sollte getrennt von anderen Lebensmitteln aufbewahrt und möglichst gekocht oder wenigstens gründlich gewaschen und geschält werden.

 

Aber Streicheln ist erlaubt

Um eine mögliche Infektion über Katzenkot zu vermeiden, sollte man bei der Gartenarbeit Handschuhe tragen und Sandkästen abdecken, wenn sie nicht genutzt werden. Schwangere sollten eine Katzentoilette nicht selbst reinigen. Sie sollte außerdem möglichst weit von den Wohnräumen entfernt stehen und täglich mit heißem Wasser gesäubert werden. Das Streicheln von Katzen ist jedoch erlaubt, sofern man sich gleich danach gründlich die Hände wäscht.