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Güzin Bakışoğlu
Güzin Bakışoğlu
Giriş Tarihi : 07-01-2016 22:20
Güncelleme : 09-06-2020 00:32

Der Markt der Kupferschmiede und seine besonderen Klänge

 

Es ist Frühling und es hat mich mal wieder nach Gaziantep gezogen. Noch gestern war die Sonne spärlich, heute wärmt sie großzügig die ganze Stadt mit ihren Strahlen. Ein wunderschöner blauer Himmel lädt zu einem Spaziergang ein. Ich nehme die Einladung an und bin auf dem Weg zum berühmten Markt der Kupferschmiede. Die Stadt ist schon seit Stunden wach, die Händler haben ihre Läden geöffnet und buntes Treiben auf den Straßen empfängt mich. Ich schlendere durch die Gassen und freue mich auf die Eindrücke, die mich auf dem historischen Markt erwarten.

 

Bevor wir unsere Reise zum Markt der Kupferschmiede fortsetzen, möchte ich Ihnen noch einiges Wissenswertes über den Markt erzählen. Der Markt befindet sich im heutigen Stadtkern von Gaziantep unterhalb der Burg und bildet zusammen mit anderen Handwerksbetrieben das historische Handelszentrum der Stadt. Seit dem 16. Jahrhundert werden hier Gegenstände aus Kupfer hergestellt. Teller und Töpfe aus Gaziantep waren schon immer beliebt und genießen auch heute noch einen besonderen Ruf.

 

Die unzähligen eng aneinander stehenden, einstöckigen Läden des Marktes wurden in den letzten Jahren aufwendig restauriert. Bei der Umsetzung und Gestaltung der Läden, hat man sich historischer Quellen bedient, um dem Markt ein möglichst authentisches Aussehen zu verleihen. Die Gassen wurden, wie es damals üblich war, mit Quadersteinen gepflastert, was dem Gesamtbild des Marktes eine lebendige Atmosphäre verleiht.

 

Soviel Information für den Anfang. Als ich mich dem Kupfermarkt näherte, konnte ich schon von weitem die Töne, die immer lauter wurden hören. Je näher ich dem Markt kam, umso mehr verwandelten sich die einzelnen Töne zu einer schönen Melodie. Es sind die Töne des Hammers beim Aufschlagen auf das Kupfer „Çın…Çın…Çın…Çınçınçınçın…Çın…Çın… (ausgesprochen: “tschın tschın“). Ich werde wohl diese schöne ÇınÇın Melodie nie wieder vergessen.

 

In den engen Gassen, sitzen die Kupferschmiede vor ihren Läden, auf niedrigen Stühlen und hämmern das Kupfer mit einer solchen Leidenschaft, dass sie nichts weiter wahrnehmen als das Werkstück, das sie gerade in ihren Händen halten. Es ist ein besonderes Erlebnis, diesen Künstlern bei ihrer Tätigkeit zuzuschauen. Versunken in ihre Arbeit erschaffen sie mit gleichmäßigen und sicheren Bewegungen wahre Kunstwerke. Die fertigen Stücke haben sie im gesamten Laden und auch davor ausgestellt; ein Teil der Meisterwerke ist außen an hölzernen Rollladen befestigt, dadurch entsteht in den Gassen ein ganz besonderes Flair. Auch ist mir nicht entgangen, wie die Händler auf Kundschaft warten und sich dabei mit ihren Nachbarn unterhalten und genüsslich ihren Tee aus einem schlanken Glas schlürfen.

 

Kaum habe ich einen der Läden betreten, bin ich sofort von den Kostbarkeiten fasziniert.

Ich kann meine Blicke nicht mehr von den traditionell geformten Tabletts, den Stielkännchen, die zum Kochen von türkischem Kaffee benutzt werden, abwenden. Viele Haushaltsgegenstände wie Servierhauben, Krüge, Schüsseln und Becher, welche mit orientalischen Motiven versehen sind, befinden sich ebenfalls im Laden. Es ist schwer zu bestimmen, welches Stück das Schönste ist. Aber eins ist klar, ich werde hier nicht mit leeren Händen rausgehen – am liebsten würde ich den gesamten Laden mitnehmen.

 

Die Gassen sind gefüllt mit Menschen, auch Touristen kann ich wahrnehmen. Sie schauen sich neugierig die Kunstwerke an und sind genauso wie ich fasziniert von der unglaublichen Schönheit der Objekte.

 

Ich grüße den Meister, der vor seinem Laden gerade einen Teller anfertigt. Es ist fantastisch, wie der Meister mit gezielten Schlägen die Motive einarbeitet, er weiß genau wie er Hammer und Meißel zu führen hat, um das Motiv umzusetzen. Ich schaue ihm zu, während er hämmert, er blickt auf und bietet mir freundlich einen Stuhl an. Wir beginnen eine Unterhaltung und ich denke mir: „Wenn nicht jetzt, wann dann“ und ergreife meine Chance, einen Profi über das Thema Kupferbearbeitung auszufragen.

 

Meister Mehmet Duymaz kommt aus Gaziantep und arbeitet seit 1958 auf diesem Markt. Ich bin also an einen echten Fachmann geraten, der zudem noch die Entwicklung der letzten 60 Jahre miterlebt hat. Als der Vater des „kleinen Mehmet“ diesen an die Hand nahm und ihn zu einem Meister in die Lehre gab, bestanden die alltäglichen Gebrauchsgegenstände hauptsächlich aus Kupfer. Für Meister Mehmet ist das Kupferhandwerk bis heute der Mittelpunkt seines Lebens. Obwohl er schon längst im Rentenalter ist, braucht er die tägliche Arbeit, die Luft sowie die Klänge des Kupfers damit es ihm gut geht. Laut Meister Mehmet ist das Geheimnis seines jungen Aussehens die Leidenschaft, mit der man seinen Beruf ausübt. Mit Herz und Seele dabei zu sein, sei der Schlüssel für ein erfülltes und glückliches Leben.

 

Die Geschichte des Kupfers in Anatolien ist so alt, wie die Menschheitsgeschichte selbst. Gegenstände aus Kupfer werden schon seit zehntausend Jahren von Menschen hergestellt. Von Meister Mehmet weiß ich, dass die Kupfergegenstände hauptsächlich aus Kupfer und einem Teil Messing (Gemisch aus Kupfer und Zink) bestehen. Das Kupfer wird schlagend mit einem Hammer bearbeitet, das Motiv wird auf den Kupfergegenstand skizziert und dann mit dem Hammer und einem äußerst feinen Meißel eingearbeitet. Dies kann Tage oder sogar mehrere Wochen dauern. Man muss schon sehr geduldig sein, um ein fertiges Kunstwerk in Händen zu halten. Diese Methode wurde vor Jahrhunderten in Gaziantep entwickelt. Außerdem werden hier in Gaziantep alle Kupfergegenstände aus einem einzigen Stück gefertigt und sind deshalb besonders solide und widerstandsfähig.

 

„Jeder Meister hat seine eigene Art, mit Hammer und Meißel zu arbeiten“ erklärt mir Meister Mehmet. „Die Motive eines Meisters aus Gaziantep sind einzigartige Unikate“. Leider haben die Menschen angefangen, dem Kupfer untreu zu werden und ihren Haushalt mit Plastikgegenständen und anderen Metallen zu füllen. Nur die ältere Generation benutzt noch Kupfer-Gebrauchsgegenstände, was sich auf das Bestehen des Kupfermarkts negativ ausgewirkt hat. Heutzutage werden überwiegend Accessoires aus Kupfer hergestellt. Puderdosen, Bilderrahmen und dekorative Gegenstände gehören zu den beliebtesten Stücken.

 

Ich erinnere mich an meine Kindheit, damals waren fast alle unsere Töpfe, Pfannen, Eimer und riesige Kessel aus Kupfer. Auf dem Ofen stand immer eine Wasserkanne aus Kupfer, das war der Wasserkocher meiner Zeit. Häufig benutzte Töpfe und andere Küchengeräte mussten hin und wieder ausgebessert werden. Meine Mutter bat einen Kesselflicker, der auf der Straße laut schreiend seine Dienste anbot, herein, damit er im Hof die Gegenstände mit Zinn repariert. Dies war für mich als Kind immer ein Erlebnis.

 

Meine Teepause mit Meister Mehmet hat mir viele neue Erkenntnisse gebracht. Ich habe gelernt, wie die Patina auf das Kupfer durch ein Gemisch aus Ruß und Wasser aufgetragen wird und ich habe etwas über die Herstellung und die Geschichte des Kupfers gelernt.

 

Besuchen Sie Gaziantep, schauen Sie auf dem Markt der Kupferschmiede vorbei, nehmen Sie sich Erinnerungsstücke mit und zeigen Sie diese ihren Freunden und Verwandten. Sie helfen damit, dieses Traditionshandwerk auch in der Zukunft zu erhalten.

 

Ich beende hier meine Zeilen mit der Çın…Çın Melodie – und vielleicht können Sie den wunderschönen Klang des Kupfermarktes jetzt auch hören.

 

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